Der Zusammenbruch der Weltwirtschaft
Juli 1931. Die Weltwirtschaftskrise erreicht im ihren Höhepunkt und führt zum vorübergehenden Zusammenbruch des deutschen und internationalen Zahlungsverkehrs. Der Anstrum ausländischer Gläubiger auf die deutschen Banken ist nicht mehr zu bremsen. Der Reichsbankpräsident versucht bei Kreditverhandlungen im Ausland zu retten, was zu retten ist, scheitert aber an der uneinsichtigen Haltung der deutschen Gläugiger. Weiterlesen
Bankschalter wieder geöffnet
August 1931. Mit der Unterzeichnung des Stillhalteabkommens zwischen Deutschland und seinen Auslandsgläubigern bringt der August einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Stabilisierung der internationalen, vor allem aber deutschen Finanzsituation. Der Layton-Bericht kommt bei Feststellung der kurzfristigen Auslandsschulden deutscher Banker nach Korrektur zu folgenden Ergebnissen: Zwölf Milliarden Markt kurzfristige Schulden, ebensoviel langfristige, dazu kommen noch fünf Milliarden ausländische Vermögenswerte in Deutschland. Der Ausschuß kommt in seinem Schlußbericht zu der Überzeugung, dass Kapitalbewegungen in dieser Größenordnung das internationale finanzielle Gleichgewicht stören und will Einzelheiten der praktischen Durchführung der Sanierung Deutschlands in Kürze der Öffentlichkeit bekanntgeben. Weiterlesen
Leichter Wirtschafts Aufschwung
April 1932. Nach dem Wintertief zeigen sich für die wirtschaftliche Entwicklung erste Ansätze einer Besserung. Äußeres Zeichen ist neben einer zweimaligen Sekung der Leitzinssätze vor allem die Wiederaufnahme der amtlichen Börsennotierung. Damit geht eine fast einjährige Pause im Börsengeschäft zu Ende. Weiterlesen
Der schwarze Freitag in NewYork
Die Vereinigten Staaten waren aus dem Ersten Weltkrieg eindeutig als wirtschaftlicher Sieger hervorgegangen. Anders als die meisten europäischen Staaten erfreute sich Amerika seit Beginn der zwanziger Jahre einer ununterbrochenen und wachsenden Prosperität, die auch die amerikanischen Börsen stark belebte. In den sieben Jahren von 1923 bis Oktober 1929 hatte sich das Kursniveau der amerikanischen Aktien bei gleichbleibenden Warenpreisen fast auf das Dreifache erhöht. Immer weitere Kreise der amerikanischen Bevölkerung spekulierten an der Börse und wurden dabei durch eine großzügige Kreditgewährung der Banken angeregt und unterstützt. Neben den Kapitalisten, den berufsmäßigen Börsespekulanten und den Millionen Mitläufern aus allen Bevölkerungsschichten profitierten auch viele Industrieunternehmungen am Börsespiel. Sie gaben ständig junge Aktien aus, die sie bei steigenden Kursen leicht verkaufen konnten und deren Erlös ihr Investitions- und Geldbedürfnis oft überstieg; mit den Überschüssen beteiligten sie sich selbst am Hinauftreiben der Kurse oder verliehen das Geld an andere Spekulanten. Es waren die gleichen Methoden und Tricks, die wir von der großen Wiener Börsenhausse der Jahre 1923 und 1924 her kennen, mit dem Unterschied, daß es in Amerika um ungleich größere Beträge ging.
Auch sehr viel europäisches Kapital strömte zur New Yorker Börse;
dort warf es seinen Eigentümern, in Form von Kursgewinnen oder kurzfristig verliehen, mehr ab als im eigenen Land. Daß dadurch die Kapitalknappheit in Europa verschärft wurde, kümmerte die Kapitalbesitzer sehr wenig.
Nun hatten sich schon im Sommer 1929 gewisse Ermüdungserscheinungen in der amerikanischen Wirtschaft und an den Börsen gezeigt, warum aber gerade am 24. Oktober 1929 riesige Verkaufsaufträge bei der New Yorker Börse einliefen, denen nur wenige Kaufaufträge gegenüberstanden, kann auch heute niemand erklären. Es kam zu riesigen Kurseinbrüchen, die sich in den nächsten Tagen wiederholten und ihren



